Brauchen Hunde wirklich einen Bademantel?
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Jede:r Hundehalter:in kennt den Moment, wenn ein nasser Hund kurz innehält, bevor er sich kräftig schüttelt und Wasser in alle Richtungen spritzt. Durch dieses Schütteln wird innerhalb weniger Sekunden überraschend viel Wasser aus dem Fell entfernt. Die Feuchtigkeit, die tiefer im Fell eingeschlossen bleibt, braucht jedoch deutlich länger zum Trocknen.
Nicht alle Hunde trocknen gleich schnell. Dichtes oder langes Fell kann Feuchtigkeit lange nah an der Haut halten, selbst wenn sich die äußere Fellschicht bereits trocken anfühlt. In manchen Fällen kann dies das Risiko von Hautirritationen wie einem nässendem Ekzem erhöhen, die Regeneration nach längerer Arbeit im Wasser verzögern oder einfach dazu führen, dass sich Hunde nach starkem Regen oder einem Bad im Wasser unwohl fühlen.
Bei kälteren Temperaturen kann feuchtes Fell zudem dazu führen, dass Hunde nach der Aktivität auskühlen und anfangen zu zittern, sobald die Bewegung – und damit die Wärmeproduktion – nachlässt.
Der natürliche Reflex ist, zum Handtuch zu greifen. Zwar entfernt es einen Großteil des Oberflächenwassers, doch die Feuchtigkeit tief im Fell bleibt oft bestehen. Für Hunde, die nur leicht nass geworden sind, reicht das häufig aus. Für Hunde, die regelmäßig mit Wasser in Kontakt kommen, wird das Management dieser Restfeuchtigkeit jedoch wichtiger.
Genau hier kann ein Hundetrocknungsmantel, auch drying robe genannt, einen echten Unterschied machen. Er wurde entwickelt, um Feuchtigkeit vom Körper aufzunehmen und nach außen abzuleiten. So trocknen Hunde deutlich schneller als beim natürlichen Lufttrocknen – zum Beispiel nach dem Schwimmen, Apportieren, Dock Diving, Wassertherapie-Sessions oder Training und Spaziergängen im anhaltenden Regen.

Neben schnellerem Trocknen hilft ein Trocknungsmantel auch, den typischen „nasser Hund“-Geruch zu reduzieren. Eine Win-win-Situation für euch beide!
Wie wählt man den richtigen Trocknungsmantel für Hunde?
Saugfähigkeit und Feuchtigkeitsmanagement
„Du möchtest, dass das Wasser so schnell wie möglich abgeleitet wird“, sagt Matthew Brown, Head of Design and Development bei Non-stop dogwear.
Genau hier stoßen viele herkömmliche Trocknungsmäntel an ihre Grenzen. Frottee – das gleiche Material wie bei Badehandtüchern – nimmt Wasser zwar schnell auf. Ist das Material jedoch gesättigt, bleibt die Feuchtigkeit darin eingeschlossen und verdunstet nur langsam. Dadurch dauert das Trocknen länger – sowohl für den Hund als auch für den Mantel selbst.
Der Drying coat wurde gemeinsam mit arbeitenden Retrievern entwickelt und getestet, um genau diese Herausforderung zu lösen – und noch mehr. Wie Matthew erklärt: „Wir wollten den besten und saugfähigsten Hundetrocknungsmantel entwickeln.“
Das Ergebnis ist ein zweilagiges Trocknungssystem, das Feuchtigkeit effizient aufnimmt, verteilt und wieder abgibt. Dadurch kann sich die Trocknungszeit im Vergleich zum natürlichen Lufttrocknen um bis zu 50 % verkürzen.

Die innere Schicht besteht aus einem hochabsorbierenden Filz-Mix aus Bambus, Viskose und Polyester, der bis zu vier Liter Wasser pro Quadratmeter aufnehmen kann. Außen unterstützt eine weiche Frottee-Schicht die Verdunstung. Eine gesteppte Konstruktion verbindet beide Schichten miteinander und komprimiert das Material entlang definierter Linien. Dadurch entstehen Kanäle, die die aufgenommene Feuchtigkeit über eine größere Oberfläche verteilen – sodass sie deutlich schneller verdunsten kann.
Passform und Abdeckung
Selbst das saugfähigste Material kann seine Leistung nicht entfalten, wenn große Muskelgruppen oder der Halsbereich unbedeckt bleiben. Die besten Hundetrocknungsmäntel kombinieren großzügige Abdeckung mit einer körpernahen Passform, die maximale Feuchtigkeitsaufnahme ermöglicht, ohne Bewegungsfreiheit oder Komfort einzuschränken – etwa beim Einsteigen ins Auto oder beim Liegen.
„Wir wollten, dass der Mantel den Hund möglichst vollständig umhüllt und dabei eine Passform hat, die natürliche Bewegungen erlaubt. Der Drying coat bietet die größte Abdeckung aller Jacken, die wir herstellen“, sagt Matthew.
Die Konstruktion sorgt für einen sicheren, umschließenden Sitz um Rumpf und Hinterhand. Das Vorderteil ermöglicht eine vollständige Bewegungsfreiheit der Vorderbeine, während ein breiter, verstellbarer Brustgurt und eine Befestigungsschlaufe im hinteren Bereich den Mantel stabil halten, ohne zu verrutschen.
„Meistens brauchst du die Beinschlaufen wegen dieses Systems gar nicht. Aber du kannst sie entfernen oder enger beziehungsweise lockerer einstellen, wenn nötig.“

Auch das Verschlusssystem wurde bewusst gewählt: Statt eines klassischen Klettverschlusses, der sich leicht mit nassem, langem Hundefell zusetzt, kommt eine flache magnetische Schnalle zum Einsatz. Sie lässt sich auch mit kalten Händen schnell schließen und liegt flach am Körper an, sodass beim Liegen keine Druckstellen entstehen.
Der Halsbereich – besonders anfällig für Irritationen, wenn er feucht bleibt – stellt eine technische Herausforderung dar. Mehr Saugfähigkeit bedeutet oft dickeres Material, das die Kopfbeweglichkeit einschränken kann, insbesondere bei kleineren Hunden. Die Halskonstruktion des Drying coat wurde daher so entwickelt, dass sie bis zum Ansatz der Ohren reicht, gleichzeitig weich und verstellbar bleibt und die natürliche Bewegungsfreiheit vollständig erhält.
Die Silhouette des Mantels ist bewusst großzügig geschnitten, um diese vollständige Umhüllung zu ermöglichen. Liegt dein Hund zwischen zwei Größen, empfiehlt es sich daher, die größere Größe zu wählen, um die gewünschte Abdeckung und Funktion zu gewährleisten.
Langlebigkeit
Trocknungsbekleidung für Hunde wird häufig in Übergangssituationen genutzt – am Auto, zwischen Trainingseinheiten oder zu Hause nach einem Spaziergang im Regen. In diesen Momenten ist der Mantel wiederholt Feuchtigkeit, Schmutz und häufigem Waschen ausgesetzt, was hohe Anforderungen an die Haltbarkeit stellt.

Der Drying coat wurde mit arbeitenden Retrievern entwickelt, deren Trainingsroutine regelmäßigen Wasserkontakt und intensive Nutzung beinhaltet. Strapazierfähige Materialien und verstärkte Kanten sorgen dafür, dass der Mantel auch bei häufigem Maschinenwaschen seine Form und Absorptionsleistung behält. Eine Aufhängeschlaufe am Hals erleichtert außerdem das richtige Trocknen des Mantels zwischen den Einsätzen, ohne das Material zu belasten.
Nass werden. Schnell trocknen. Wiederholen!